Neuigkeiten aus dem Dörlemann Verlag
Nr. 90 | 26. Juni 2014


Lieber Empfänger

in diesen Wochen herrscht König Fußball. Auch wir haben uns vom Fußballfieber anstecken lassen und präsentieren Ihnen die schönsten Zitate zum Spiel aus unseren Büchern
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Herzlich grüßt Sie

Sabine Dörlemann


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»In manchen Familienfotoalben, wo aus der Vorrevolutionszeit noch ein gutes Dutzend Datscha-Fotos erhalten sind, findet man aus den 1920er–1940er Jahren, wenn überhaupt, vielleicht ein, zwei Bilder. Mit zum Teil schon bekannten Sujets: Datschniki auf den Stufen des Hauses, im Boot. Und neue Motive: Ein Datscha-Junge posiert zusammen mit Dorfkindern, Datschniki spielen Fußball. Dieser wurde für lange Zeit neben Volleyball, später Federball, ein beliebtes Datscha-Spiel; Krocket und Tennis dagegen, als bourgeois angeprangert, waren so gut wie verschwunden.«

Marina Rumjanzewa: Auf der Datscha. Eine kleine Kulturgeschichte und ein Lesebuch





»Grümpelturnier – Was in weiten Teilen der Welt als ›Volksturnier‹ schöngeredet wird, das wird im alemannischen Sprachraum noch beim Namen genannt: An einem Grümpelturnier nämlich trifft sich der fussballerische Grümpel, also die, die man sonst nirgends (oder höchstens mal im Tor) spielen lässt. Und da sind sie dann auf einem kahlen Acker zugange, aus dem noch der Grümpel der abgeernteten Maispflanzen lugt, und hauen sich die Knochen zu Grümpel. Und es kommt, wie es kommen muss: Unter den Augen der Spielerfrauen, die im Schatten der Grillstände den neuesten Grümpel bereden, gewinnen die Besten der Schlechten einen Pokal, der mit Grümpel ebenso treffend umschrieben ist wie der Anlass an sich. Man kann sich eigentlich nichts Schöneres vorstellen.« (cf)

DIALEKTisch. Herausgegeben von Guido Kalberer





»Was wusste Igor eigentlich über Renate? Was wusste er über ihre Geheimnisse, ihre Zukunft? Igor wäre imstande zu sagen: ›Sie wird Flight Attendant und heiratet einen Fußballspieler. Sieht man ihr an. Wie sie dasteht, auf dem Postplatz, und sich die Haare um den Finger kringelt.‹«

Jens Steiner: Carambole





»Da. Ein Backenzahn mit schön langen Wurzeln. Ich habe eine ganze Weile genörgelt, ich habe versucht, es zu ignorieren, Nelken rein gesteckt, mit Brandy eingerieben und weiß Gott was noch, aber dann ging er hoch, und ich musste hin. Der Mann war ein Schlachter, hinterher hatte ich ein Gesicht wie ein Fußball, nein, tatsächlich, genau hier. Und ich glaube, er hat nicht mal alles erwischt. Lächerlich, oder? Da kann einem jederzeit der Arm oder das Bein weggeschossen werden, und man hat immer noch Angst vorm Zahnarzt.«

Pat Barker: Tobys Zimmer





»Natürlich ist das Erscheinen des berühmten Sherlock Holmes in England durchaus kein Zufall, und noch weniger zufällig ist es, daß neben dem genialen Detektiv der »Gentleman-Dieb« entstand, der die superschlauen Detektive zum Narren hält. Diejenigen, die diesen Wechsel der Helden als ›Spiel der Phantasie‹ betrachten, sind im Irrtum. Die Phantasie schafft das, was die Wirklichkeit ihr suggeriert. Aber in der Wirklichkeit gibt es kein unmotiviertes, vom Leben losgelöstes Spiel der Phantasie, sondern nur jene völlig realen Ursachen, die zum Beispiel die ›rechten‹ und ›linken‹ französischen Politiker zwingen, mit dem Leichnam des ›Gentleman-Diebs‹ Stavisky Fußball zu spielen, und zwar so, daß dieses Spiel ›unentschieden‹ endet.«

Statt einer russischen Literaturgeschichte. Herausgegeben von Swetlana Geier





»Langsam und andächtig aßen wir die Früchte, die wir auf dem Markt erstanden hatten. Die Bananen waren riesig, schmeckten aber nicht anders als bei uns. Die birnenförmigen Zimtäpfel waren etwa so groß wie ein Kinderfußball, die dunkle Schale über und über mit dornigen Häkchen besetzt. Das Innere der Früchte, halb flüssig und schneeweiß, verströmte ein Aroma, das entfernt an Birnendrops erinnerte, und labte unsere ausgedörrten Gaumen mit einem köstlichen, leicht säuerlichen Saft. Die Papaya, die wir als nächstes aufschnitten, hatte ungefähr die gleiche Größe, doch ihre weiche Schale war glatt und goldscheckig, mit grünen und rostbraunen Sprenkeln.«

Patrick Leigh Fermor: Der Baum des Reisenden


Nächste Veranstaltungen
 
27.6.2014/ 4.7.2014/ 11.7.2014/ 18.7.2014

Offener Freitagnachmittag bei DÖRLEMANN


DÖRLEMANN Verlag, Forchstraße 21, 8032 Zürich
14-17 Uhr


Wir öffnen am Freitagnachmittag unsere Türen und laden Leserinnen und Freunde des Verlags ein zu einem Blick in unser kleines Bücherparadies. Bei einer Tasse Kaffee haben Sie die Möglichkeit, in aller Ruhe in unseren Büchern zu blättern und sie natürlich auch gleich zu kaufen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!



28.6.2014

Hans Ruprecht
»Einen schweren Schuh hatte ich gewählt …«


Leuk-Pfynwald-Sierre-Salgesch
08.30 Uhr

Geführte Wanderung zum Buch »Einen schweren Schuh hatte ich gewählt …« durch den Pfynwald und die Weinberge, mit Lesungen auf Deutsch und Französisch der Autorinnen und Autoren:

Rolf Hermann
Douna Loup
Urs Mannhart
Christine Pfammatter

»Am Mörderstein im Pfynwald fanden Archäologen Zivilisationsspuren aus jedem der letzten neun Jahrtausende. Und es gibt genauso viele Geschichten und Lebensräume dazu. Zusammen mit Autorinnen und Autoren des Buches »Einen schweren Schuh hatte ich gewählt …« starten wir am Bahnhof Leuk durch den Pfynwald im Naturpark Pfyn-Finges und finden versteckt Corinna Billes Häuschen. Unsere Wanderung führt durch das Vogelparadies ins französischsprachige Sierre, wo Rainer Maria Rilke seine letzten Lebensjahre verbracht hat. Durch den sonnenverwöhnten Rebberg gelangen wir nach Salgesch – nicht ohne in eine Weinkellerei einzukehren und von den besten Walliser Weinen zu kosten.«.

Weitere Informationen finden Sie hier >



29.6.2014

Hans Ruprecht
»Einen schweren Schuh hatte ich gewählt …«


Schloss Leuk
11 Uhr

Sonntagsmatinée mit Autorinnen und Autoren des Buches »Einen schweren Schuh hatte ich gewählt …«

Mit Lesungen auf Deutsch und Französisch von:
Douna Loup, Schweiz
Tanja Maljartschuk, Ukraine/Österreich
Urs Mannhart, Schweiz
Christine Pfammatter, Schweiz

»Am Mörderstein im Pfynwald fanden Archäologen Zivilisationsspuren aus jedem der letzten neun Jahrtausende. Und es gibt genauso viele Geschichten und Lebensräume dazu. Zusammen mit Autorinnen und Autoren des Buches »Einen schweren Schuh hatte ich gewählt …« starten wir am Bahnhof Leuk durch den Pfynwald im Naturpark Pfyn-Finges und finden versteckt Corinna Billes Häuschen. Unsere Wanderung führt durch das Vogelparadies ins französischsprachige Sierre, wo Rainer Maria Rilke seine letzten Lebensjahre verbracht hat. Durch den sonnenverwöhnten Rebberg gelangen wir nach Salgesch – nicht ohne in eine Weinkellerei einzukehren und von den besten Walliser Weinen zu kosten.«.

Weitere Informationen finden Sie hier >





Foto: © Marc Wetli


29.6.2014

Jens Steiner
Carambole

Museum Lindwurm
Understadt 18, 8260 Stein am Rhein
11:00 Uhr

Lesung zu Jens Steiners Carambole
ausgezeichnet mit dem Schweizer Buchpreis 2013

»Ein Roman von großer poetischer Kraft, der in zwölf Runden einen dörflichen Schauplatz zwischen Stille und untergründiger Gewalt komponiert.«
Würdigung der Schweizer Buchpreis Jury 2013





Foto: © Marc Wetli


4.7.2014-6.7.2014

19. Internationales Literaturfestival Leukerbad

3954 Leukerbad, Schweiz

Am 19. Internationalen Literaturfestival Leukerbad
nehmen u.a. teil:
Urs Mannhart, Schweiz
Tanja Maljartschuk, Ukraine/Österreich
Jens Steiner, Schweiz


Weitere Informationen finden Sie hier >



 

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