Neuigkeiten aus dem Dörlemann Verlag
Nr. 71 | 27. Juli 2012

Lieber Empfänger

und erneut gibt es einen Preis zu feiern: Dorothea Trottenberg erhält am 11. Oktober den Paul-Celan-Preis für ihre Übersetzungen. Für uns übersetzt sie die Werke von Iwan Bunin und hat Tolstojs Familienglück sowie Turgenevs Novellen Klara Milic und Faust ins Deutsche übertragen. Wir gratulieren herzlich zur wohlverdienten Anerkennung!

Ich wünsche Ihnen entspannende und sonnige Sommertage
und grüße Sie herzlich

Sabine Dörlemann


Fatalphänomenal

Foto: © Derek Shapton
»Wer Alice Munro noch nicht kennt, sollte unbedingt mit diesem Band beginnen. Die Kunst der Aussparung, die feine Verknüpfung von Motiven und Details, die verblüffenden Aufschwünge zu Lebensweisheiten von strahlender Klarheit und die Schlusswendungen, die einer Geschichte einen völlig neuen Dreh geben, all dies ist hier in Reinform zu bewundern. Kraftvoller und disziplinierter ist ihre Erzählkunst selten gewesen.«
Meike Feßmann, Süddeutsche Zeitung
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»Fatalphänomenal. Einen Abgrund an Missgunst in einem Nebensatz, ein Universum an Verachtung in einer hingeworfenen Bemerkung – Alice Munro aus Kanada ist die Königin des fatalen Details … Pointiert, klug, schlicht brillant.«
Stern

»Munro behandelt ihre Figuren auf zurückhaltende, unvoreingenommene Art. Ihr Blick ist realistisch, frei von Kritik; er ist einfühlend, aber ohne Mitleidsgestik; illusionslos, aber nicht kalt … Munro weiß nicht schon alles im Vorfeld, sondern entdeckt im Schreiben. Um es in einem Bild zu sagen: Sie wirft einen Stein ins Wasser, betrachtet aber nicht nur die sich allmählich vergrößernden Kreise, sondern folgt dem Stein bis auf den Grund. Insofern ist es auch gleichgültig, wo und wann die Erzählungen spielen: Sie haben keinen Staub angesetzt; sie können überall verstanden werden.«
Sabine Peters, Büchermarkt, Deutschlandradio Kultur
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»Mit Was ich dir schon immer sagen wollte hat der Schweizer Dörlemann Verlag nach Tanz der seligen Geister erneut frühe, fast vollendete Erzählungen Munros aus den 1970er-Jahren herausgebracht. Es geht um Frauen. Ehefrauen, Tanten, Großmütter … Das heißt nicht, dass die Geschichten nur Frauen unter die Haut gehen. Eine große Ungerechtigkeit der literarischen Welt ist: Die Kanadierin hat noch nicht den Nobelpreis bekommen.«
Peter Pisa, Kurier
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»Dass Autoren, die ausschließlich Erzählungen schreiben, damit berühmt werden, kommt äußerst selten vor. Bei Alice Munro aber bekommen selbst Leser glänzende Augen, die sonst ausschließlich Romane lesen. Die Kanadierin erzählt unprätenziös und ungemein filmisch: Ohne lange Vorrede landet man direkt im Leben ihrer Protagonistinnen.«
Korinna Hennig, NDR Info
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Eines der schönsten Bücher
dieses Sommers


Foto: © Dörlemann Verlag
»Um es gleich vorweg zu sagen: Rumeli ist ein hochinteressantes, außerordentlich schön geschriebenes Buch, gewiss eines der schönsten Bücher dieses Frühsommers … Dieses von überschäumender Lebenskraft erfüllte Buch voller Empathie für Mentalitäten, Charaktere, Verhaltensweisen ist ein literarischer Einspruch gegen die aktuelle Neigung, in die Krise gestürzte Länder wie Griechenland nur noch unter Etikettierungen wie ›failed state‹ wahrzunehmen.«
Thomas Medicus, Süddeutsche Zeitung
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»Wie Griechenland angeblich funktioniert, wissen wir nun zur Genüge. Der im letzten Jahr verstorbene Reiseschriftsteller Patrick Leigh Fermor lebte als eremitischer Gelehrter Jahrzehnte auf der Mani und beschreibt in diesen brillanten Reise- und Kulturgeschichten das Land wie eine mythische Landschaft.«
Andreas Schäfer, Tagesspiegel

»Er schrieb, so sagte er selbst, ›das Gegenteil von Reiseführern‹. Patrick Leigh Fermor, Kriegsheld, Lebe- und Wandersmann. Berühmt geworden ist er durch seine Fußreise quer durch Europa (Die Zeit der Gaben), wunderbar sind aber auch seine beiden Bücher über das wild verwunschene Griechenland. Rumeli heißt das eine, das andere, Fermors schönstes, Mani
Wieland Freund, Welt am Sonntag

»Fermor spricht … in Rumeli ganz unvergängliche Gefühle und Sehnsüchte an. Er erzählt von Hochzeiten, Klöstern, auch von der kretischen Schicksalsgemeinschaft während der deutschen Besatzung, kurz gesagt: Vom menschlichen Miteinander, von Liebe, Zuneigung, Freundschaft und Vertrauen. Mögen seine Berichte stellenweise noch so gelehrt sein und historisch in die Tiefe gehen, nie vergisst er doch die unmittelbare Anschauung, stets bleibt er wach und empfänglich für die Phänomene des Augenblicks, etwa wenn er mit einer Gruppe nomadischer Hirten zusammensitzt.«
Tobias Lehmkuhl, WDR 5

Leseprobe von Rumeli >



Ausverkauf der Herzen

Foto:© Editions Gallimard (Jacques Sassier)
»Auch ein Frauenherz von Adel ist nicht aus Diamant. Das Thema könnte dem neunzehnten Jahrhundert entstammen, Louise de Vilmorin hat Madame de jedoch 1951 geschrieben … Vilmorins Texte, die der Dörlemann Verlag nach und nach neu übersetzt, sind eine Entdeckung. Leichtigkeit und Tiefsinn gehen hier eine bezaubernde Verbindung ein.«
Niklas Bender, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Der Roman Madame de von Louise de Vilmorin, in Frankreich zum ersten Mal 1951 veröffentlicht, ist die Geschichte eines Ausverkaufs der Herzen. Hier werden Herzen verschenkt, versetzt, zurückgekauft und am Ende sogar gebrochen … Faszinierend ist der Roman jedoch vor allem wegen des aussichtslosen Kampfes der Geschlechter, der sich hier wie nebenbei und doch auf hochdramatische Weise offenbart: Madame und Monsieur leben, in ihren Konventionen gefangen, vollkommen aneinander vorbei, und selbst als sie ihre Herzen an andere verschenken, symbolisch und in Wirklichkeit, wird daraus keine Liebe.«
Astrid Roth, WDR 3 Mosaik
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»Anhand der gelebten Leichtfertigkeit im Umgang mit den Insignien der Liebe oder der Treue lotet Louise de Vilmorins wunderbar leichte Feder – Patricia Klobusiczkys Übersetzung ist im Übrigen sehr feinsinnig – die Folgen moralischer Erosion aus. Am Ende scheinen alle überrascht, das Dilemma indessen ist gross, denn keiner hat es so gewollt.«
Thomas Laux, NZZ
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Leseprobe von Madame de >



Über das Werden und Vergehen

Foto: © Robin Skjoldborg
»Um den Ekel des Todes und das Komische am Leben einzufangen, bedarf es keiner großen Worte und heldenhaften Charaktere. Es reicht, den Blick auf die richtigen Details zu lenken … So reiht Helle Helle ein kleines Detail an das andere, einen knappen Dialog an den nächsten … Helles Stil ist schlicht und klar wie ein Stuhl von Arne Jacobsen, und schlicht und klar ist auch, wozu sich die vielen Details am Ende zusammensetzen: zu einer Geschichte über das Werden und das Vergehen.«
Verena Mayer, Süddeutsche Zeitung

»Präzise schildert Helle Helle, was und wie Susanne sieht und hört – zu Hause mit Kim und Esther, beim Yogalehrer und in der S-Bahn. Und plötzlich ist man mittendrin im Chaos ihrer Gefühle, der Widersprüche, der Ängste und Wünsche – ohne, dass sie benannt werden würden. Alles wird deutlich im Nebeneinander, im Rhythmus der Worte und der Satzstruktur. Dass das in diesem Roman gelingt, liegt auch an der meisterlichen Leistung der Übersetzerin Flora Fink.«
Kirsten Martins, BR2 KulturWelt
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»Es sind einfache, ganz gewöhnliche Leute, über die Helle Helle schreibt – ganz alltägliche Situationen, lakonische Dialoge. Das ist alles extrem unglamourös. Aber sie macht aus dem banalsten Kleinbürgerleben etwas exemplarisch Menschliches … Man sollte und kann Helle Helle sehr gut lesen, weil sie eine Meisterin der Beiläufigkeit ist … Es lohnt sich also diese Autorin zu entdecken.«
Johan Schloemann, Süddeutsche Zeitung
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»So äußerlich wie die Figuren ihre Welt registrieren und beobachten, so scheinbar äußerlich ist auch der Blick von Helle Helle. Präzise schildert sie, was und wie Susanne sieht und hört … Und plötzlich ist man mittendrin im Chaos ihrer Gefühle, der Widersprüche, der Ängste und Wünsche, ohne dass sie benannt werden würden. Alles wird deutlich im Nebeneinander, im Rhythmus der Worte und der Satzstruktur.«
Kirsten Martins, Inforadio rbb
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Leseprobe von Die Vorstellung von einem unkomplizierten Leben mit einem Mann >



Wie ein Sorbet in der Sonne

Foto: © Marc Wetli
»Der Roman Zimmer 307 ist eine bitter-leichte Sommerlektüre, die sich schlürfen lässt wie ein Sorbet, das in der Sonne vergeht.«
Angelika Overath, NZZ
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»Ist die Liebe noch zu retten? Die Schweizer Schriftstellerin Sandra Hughes winkt ab … Die Liebe ist nicht mehr die Macht, die Himmel und Erde zusammenhält, und der große Liebesversprecher vielleicht nur ein gefallener Engel. Von Erlösung keine Spur.«
Sandra Kerschbaumer, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»›Nicht immer war mein Leben die Hölle‹«, heißt es an einer Stelle – einer der doppeldeutigen, ironischen Sätze, an denen es Zimmer 307 wahrlich nicht mangelt. Dabei macht es höllisch Spaß, die armen Seelen ihrer [Sandra Hughes’] unerschöpflichen literarischen Fantasie in der Hölle kennenzulernen. Denn das Leben, das im Fegefeuer weiter geht, ist ironisch und lakonisch beschrieben.«
Jürgen Scharf, Südkurier
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»Die Luzernerin Sandra Hughes hat diesem düsteren Thema einen hinreissenden Roman abgetrotzt, mit dem es hoch hinaus geht. Es soll Reisende geben, die seit der Lektüre nur noch im Hotelzimmer 307 übernachten wollen.«
Daniel Arnet, SonntagsZeitung

Leseprobe von Zimmer 307 >



Artistisch und spielerisch

»Felix Philipp Ingold liefert keine Prosaübersetzungen, sondern bildet Metrum und Reim der russischen Originale im Deutschen nach. Er betont den Formbestand. Ihn legt er den Übersetzungen zugrunde, was aber nicht heisst, dass er sich nicht ein paar Abweichungen von ihm gestattet. Entscheidend ist die Betonung des Artistischen und Spielerischen der russischen Lyrik, ein Faktor, der bei der Darstellung der russischen Literatur sonst oft zu kurz kommt.«
Birgit Veit, Neue Zürcher Zeitung
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Lesen Sie hier Felix Philipp Ingolds Antwort auf die Rezension >

»An Ingolds Übertragungen kann man die Mannigfaltigkeit der Lösungen bestaunen, die große Phantasie, die der Lyriker an den Tag legt, wenn es gilt, im Deutschen eine passende Formulierung zu finden … In seinen Kommentaren zu manchem Gedicht wird überdies deutlich, wie intensiv Ingold seine Arbeit als Übersetzer reflektiert und dabei den Leser an seinen Überlegungen teilhaben lässt, worin er seine jeweiligen Entscheidungen diskutiert und verteidigt.«
Daniel Henseler, Fixpoetry.com
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Leseprobe von »Als Gruß zu lesen« Russische Lyrik von 2000 bis 1800 >



HOTLIST 2012

Foto: © Ayse Yavas
»Jolanda Piniels Debütroman Die Verbannte ist für die »Hotlist 2012 – Die besten Bücher aus unabhängigen Verlagen« nominiert.
Wählen Sie mit!
Hier geht es zum Wahllokal >  


Nächste Veranstaltungen
 

18.8.2012

Sommerfest des Literarischen Colloquiums Berlin


LCB, Am Sandwerder 1, Berlin
14:30 Uhr

Mit vielen Schweizer Autoren, Übersetzern, Verlegern, Veranstaltern und Förderern ist das LCB freundschaftlich verbunden. Wir freuen uns auf ein helvetisches Fest, zu dem wir in diesem Jahr gemeinsam mit dem Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband einladen. Der Dörlemann Verlag ist Mitgastgeber des Sommerfestes.

Der Eintritt beträgt 6 €, ermäßigt 4 €.

Sie als Freundin, Freund des Verlags sind herzlich eingeladen. Wir nehmen Sie gerne auf unsere Gästeliste und bitten um Anmeldung unter lcbsommerfest@doerlemann.com bis zum 16. August.

Um 17:00 liest unsere Übersetzerin Miriam Mandelkow auf der Terrasse des LCB aus Martha Gellhorns Briefen:

Gellhorn an Hemingway, gelesen von
Miriam Mandelkow (Dörlemann)
Die berühmteste Kriegsreporterin und der berühmteste Schriftsteller seiner Zeit führten eine leidenschaftliche Ehe. Martha Gellhorns Briefe zeugen von dieser turbulenten Beziehung.

PDF des vollständigen Sommerfest-Programms >





Foto: © Marc Wetli
23.8.2012

Sandra Hughes
Zimmer 307


Bücherladen Appenzell – Treibhaus, Wührestraße 1
19:30 Uhr

»Die Luzernerin Sandra Hughes hat diesem düsteren Thema einen hinreissenden Roman abgetrotzt, mit dem es hoch hinaus geht. Es soll Reisende geben, die seit der Lektüre nur noch im Hotelzimmer 307 übernachten wollen.«
Daniel Arnet, SonntagsZeitung

Sandra Hughes liest im Bücherladen Appenzell aus ihrem neuen Roman Zimmer 307 und Liliane Studer, Lektorin beim Dörlemann Verlag, erzählt aus ihrem vielfältigen Verlagsalltag. Der Eintritt ist frei!
Zwischen dem 17. August und dem 8. September ist der Dörlemann Verlag als ausgewählter Verlag des Bücherladens Appenzell dort mit einer kleinen Verlagspräsentation vertreten.
Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite des Bücherladen Appenzell.


Gewinnspiel

Beantworten Sie unsere Gewinnspielfrage und gewinnen Sie eines von drei Vorab-exemplaren von Jolanda Piniels Debütroman Die Verbannte, der am 15. August erscheint.
 
In welches Land reist Debora, die Protagonistin in Jolanda Piniels Die Verbannte?
– USA
– Frankreich
– Rumänien

Schreiben Sie uns eine E-Mail mit der richtigen Antwort und Ihrer Adresse an gewinnspiel@doerlemann.com. Wir verlosen unter allen Einsendungen mit der richtigen Antwort drei Exemplare von Jolanda Piniels Die Verbannte. Einsendeschluss ist der 6. August 2012. Mit der Teilnahme erklären Sie sich einverstanden, regelmäßig elektronische Post von uns zu erhalten (ca. einmal im Monat). Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Wir wünschen Ihnen viel Glück!

 

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage www.doerlemann.com