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  • Die Madonna im Pelzmantel

Sabahattin Ali
Die Madonna im Pelzmantel

  • Roman
    Deutsch von Ute Birgi
    Mit einem Nachwort von Maike Albath
    272 Seiten. Gebunden. Leseband

    € [D] 19.00 / € [A] 19.50 / SFr. 23.00 (UVP)

    ISBN 9783908777960

    Als eBook erhältlich!
    ISBN eBook 9783908778400
    € 14.99

    Rezensionen zum Buch bei
    lovelybooks.de


  • Eine hinreißende deutsch-türkische Liebesgeschichte und eine Ode an das Berlin der wilden Zwanziger


  • Inhalt
    Inhalt

    In Ankara kennt man Raif Efendi als duldsamen Mann, der weder die Eskapaden seiner Töchter noch die Verleumdungen am Arbeitsplatz meistert. Kaum jemand ahnt, wer sich hinter der Maske stummen Gleichmuts verbirgt. Ein eng beschriebenes Schulheft lüftet endlich sein Geheimnis.

    Die Aufzeichnungen führen in das Berlin der zwanziger Jahre. Arbeiter und Bohemiens heben in miefigen Absteigen die Gläser auf eine ungewisse Zukunft, und eine geheimnisvolle junge Malerin – die »Madonna im Pelzmantel« – kreuzt wie zufällig Raifs Wege. Als er sie eines Abends in einem Nachtklub wieder trifft, weiß er, dass ihrer beider Schicksal untrennbar verwoben ist.

  • Biogramm
    Sabahattin Ali

    wurde 1907 in Gümülcine geboren. Nach seinem Studium in Berlin und Potsdam lehrte er in der Türkei Deutsch. Ali mußte zeitlebens gegen die staatliche Zensur kämpfen, 1932 wurde er wegen eines Satire-Gedichts über Atatürk für ein Jahr inhaftiert. 1944 gab er in Istanbul das Satire-Blatt Markopasa heraus. Am 2. April 1948 wurde Ali auf der Flucht ins Exil an der bulgarischen Grenze ermordet. Bis heute ist ungeklärt, ob er einem Raubmord oder einem politischen Anschlag zum Opfer fiel. Zuletzt erschien sein Roman Yusuf in der Übersetzung von Ute Birgi.



    Ute Birgi

    geboren 1938, verbrachte viele Jahre in Istanbul, wo sie als Übersetzerin und Dolmetscherin arbeitete. Nach der Übersiedelung in die Schweiz 1980 studierte sie Islam- wissenschaft und Vorderasiatische Archäologie in Bern und arbeitet seither als freie Übersetzerin. Am 26. Februar 2014 wurde ihr der »Übersetzerpreis Tarabya« verliehen.

    Auf SRF hören Sie »Ute Birgi und ihr bewegtes Übersetzer-Leben«.



  • Bücher
    Bücher von Sabahattin Ali

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    Sabahattin Ali
    Yusuf
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  • Pressestimmen
    Pressestimmen zu »Die Madonna im Pelzmantel«

    »Raif ist ein Träumer und Zauderer, der sich wenig zutraut und der einer ungleich willensstärkeren Frauengestalt verfällt. Freilich bietet sich die Frau ihrem Verehrer nur an, um ihn praktisch mit der gleichen Geste abzuwehren – was bei Raif umso besser funktioniert, als ihn vermeintliche Avancen der stolzen und eigenwilligen Unnahbaren schon von selbst aus dem Konzept werfen. Das beglückend-quälerische gegenseitige Umkreisen durchbricht dann – einmal mehr – die Frau und führt damit die Katharsis der Beziehung herbei. Alis zutiefst verletzliche Liebende haben einiges nach wie vor Bedenkenswerte zu sagen – und sei es nur ein Juwel wie der Satz: ›Ich war einfach zu glückselig, um lachen zu können; ich nahm mein Glück ernst.‹«
    Angela Schader, Neue Zürcher Zeitung

    »Alis Zeitgenossen werden in Die Madonna im Pelzmantel eigene und nationale Erschütterungen durch Atatürks gewaltiges Modernisierungsprogramm erkannt haben, gespiegelt in einem Berlin, das nach dem Ersten Weltkrieg jeden Halt verloren hat. So schenkt das Buch heutigen Lesern eine dreifache Perspektive: auf die damalige Türkei, das damalige Berlin und eine zeitlose und ergreifende Liebesgeschichte.«
    Jörg Plath, DeutschlandRadio Kultur

    »Wie eng verbunden innigste Nähe und tiefste Fremdheit sind, erzählt Sabahattin Ali in einer aufwühlenden Geschichte von Liebe und Verlust. Er zeigt seine Protagonisten als von der Gesellschaft Gefangene und von unkontrollierbaren Leidenschaften Getriebene.«
    Christine Lötscher, Tages-Anzeiger

    »Das Berlin der fiebrigen zwanziger Jahre: Tingeltangel, Inflationsrausch und Boheme. Dorthin wird ein naiver junger Türke aus der Provinz von seinem Vater geschickt, damit er Weltkenntnis erwerbe, bevor er zu Hause die Familienfirma übernehmen soll. Doch der schüchterne Tor gerät in den Bann eines Gemäldes, dem er in einer Galerie begegnet, und bald noch tiefer in den Bann der jungen Malerin. ... Eine so souveräne, so kühl emanzipierte Frauenfigur hat es in der türkischen Literatur wohl nicht gegeben, bevor 1943 Sabahattin Alis Buch ›Die Madonna im Pelzmantel‹ erschien. Deshalb wirkt der Roman bis heute nach und vermittelt, erstmals auf Deutsch übersetzt, einen reizvoll verfremdeten Eindruck vom Berlin jener Jahre.«
    Urs Jenny, Der Spiegel

    »Raif begegnet Maria im Berlin der zwanziger Jahre, und man weiß bald, dass sie ihre Liebe nicht leben können. Nicht weil sie in west-östlichen Missverständnissen untergeht, die beiden sind vielmehr zeitgenössische Großstadtmenschen, die nicht loskommen von ihren maßlosen Vorstellungen von dem, was Liebe sein soll. Alis Romane sind bei aller Poesie höchst genaue Gesellschaftsporträts. Sein Stil ist so schnörkellos gegenwärtig, und von Ute Birgi so luzide übersetzt, dass die Geschichte großen Sog entfaltet.«
    Christiane Schlötzer, Süddeutsche Zeitung

    »...Eine der schönsten und traurigsten Liebesgeschichten, die ganz verrückt endet und es ist wirklich ein ganz besonderes Buch.«
    Peter Hamm, Literaturclub

    »Sabahattin Ali versteht es, von den Gezeiten der Psyche zu erzählen. Vor allem Stimmungsschwankungen und kleine atmosphärische Verschiebungen sind großartig beschrieben. Sein Ton ist ebenso diskret und spröde wie der Charakter seines Helden, und das verleiht dem Roman seine Wirkung.«
    Maike Albath, Frankfurter Rundschau

    »Sabahattin Alis atmosphärisch sehr dichter Roman von 1943 beschreibt, was Liebende empfinden - Euphorie, Dankbarkeit, Selbstzweifel, Erfüllung wie Desillusion, den Wunsch nach absoluter Nähe und die Angst davor. Über seine große Liebe spricht sein Protagonist, der nach Ankara zurückkehren muss, mit keinem, er vertraut sich einem Heft an; ergreifend und packend sind diese Aufzeichnungen wie das gesamte Buch. Der genaue Beobachter und Menschenkenner Sabahattin Ali wusste, wie man Gefühle und Stimmungen darstellt.«
    Bettina Göcmener, Die Welt

    »Mit stiller Raffinesse zieht Ali uns in eine Liebesgeschichte hinein, die aufwühlt und befremdet, weil sie so gar nicht alltäglich ist.«
    Irmtraud Gutschke, Neues Deutschland

    »Dieses Buch besitzt Magie. Selten wurde in einem modernen Roman schöner und eindringlicher über die vergebliche Liebe geschrieben ... Dem Dörlemann Verlag gebührt das Verdienst, diesen in Deutschland unbekannten türkischen Autor neu aufgelegt zu haben. Ute Birgis Übersetzung lässt die klare, ruhige, psychologisch genaue Sprache Alis unaufdringlich aber intensiv zur Geltung kommen. Ein wunderbares Buch, das auch die Nöte des modernen Menschen, der heimat- und wurzellos in einer anonymen Welt lebt und versucht, sich an der Seite eines Menschen dem Leben zu öffnen, auf packende Weise beschreibt.«
    Am Erker

    »Tag für Tag schaut sich Raif Efendi das Selbstporträt der Frau im Pelzmantel an. Tatsächlich begegnet der 24-Jährige der Malerin. Das äußerlich politisch aufgeheizte und vergnügungssüchtige Berlin, das die beiden in Sabahattin Alis Roman mitbekommen, scheint umhüllt von einem Schleier stiller Melancholie, ähnlich wie der Mann und die Malerin, die viel über sich und das Leben reflektieren.«
    Bettina Göcmener, Berliner Morgenpost

    »Das irrlichternde Berlin der zwanziger Jahre gleicht einem tanzenden Vulkan, und mitten drin erleben wir eine Liebesgeschichte, die einmalig, sensibel und feinfühlig bleibt. Die Erzählung behält durchgängig das gleiche Niveau und steuert auf ein Ende zu, das melancholisch und tiefsinnig an die Grenzen des menschlich Erträglichen stößt. In der noblen Übersetzung von Ute Birgi-Knellessen verspricht die Lektüre ungetrübten Lesegenuss. Der Meister des Wortes und der reflektierten Prosa, Sabahattin Ali, zeigt einmal mehr sein Können.«
    Claudine Borries, bookreporter.de

    »Der elegant geschriebene Roman Die Madonna im Pelzmantel von Sabahattin Ali aus dem Jahr 1943 ist ein ganz frühes Beispiel der türkischen Berlin-Literatur, in dem jener türkische Typus des jungen, männlichen und weltfremd passiven Flaneurs auf seine Femme Fatale in Berlin trifft.«
    Martin Zähriger, Tagblatt

    »Eine der zärtlichsten, kompliziertesten und traurigsten Liebesgeschichten, die ich seit langem gelesen habe. Mich hat die klar und unsentimental erzählte Geschichte sehr berührt. Ein ganz besonderes Leseerlebnis.«
    Klara Obermüller, DRS 1, Trio Literal

    »Sabahattin Ali ist ein kunstvolles Melodram gelungen. Er hat einen Roman über Menschen geschrieben, die das Vertrauen zu sich und zu anderen verloren haben. Maria und Efendi sind Enttäuschte und Verängstigte. Sie glauben nicht an ihre Liebe und verlieren sie daher.«
    Jörg Plath, ARTE Buchtipp

    »Der Roman hat eine – für das Erstveröffentlichungsjahr 1943 – erstaunlich romantische Dimension. Sie fesselt den Leser bis zum Ende, auch wenn er bald weiß, dass das kein Happyend sein wird. Schon lange lasen wir derartiges nicht mehr.«
    Sabine Neubert, Neues Deutschland

    »Die Madonna im Pelzmantel von Sabahattin Ali ist eine Geschichte über die existentielle Kraft der Liebe – vielmehr jedoch über ihr Scheitern am Leben, welches in der Handschrift Alis Züge eines undurchdringlichen Schicksals annimmt. Ein sicher komponierter und mit einer fast bescheidenen Sprache warm erzählter und eindringlicher Liebesroman.«
    Mirco Drewes, Berliner Literaturkritik

    »Der Roman Die Madonna im Pelzmantel von Sabahattin Ali ist das perfekte Buch für den Moment, in dem die letzten Beweise eurer Liebe im Lagerfeuer verglühen.«
    Lydia Herms, DRadio Wissen
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    »Sabahattin Ali hat einen zeitlos schönen Liebesroman geschrieben, der unbedingt entdeckt werden sollte.«
    Literaturkurier

    »Sabahattin Ali nimmt den Leser für Stunden gefangen, er zieht ihn in einen geradezu magischen Sog und verzaubert ihn. In luziden, tiefgeistigen, ja philosophischen Betrachtungsweisen schaut er tief ins Innerste der Menschen und zeichnet gleichzeitig ein wunderbares Lokalkolorit des Berlins der 1920er-Jahre mit einem neueren, freieren Frauenbild. Mit essenziellen, teils elegischen, teils hoffnungsfrohen, aber immer unprätentiösen Worten und Sätzen - wie eine grazile Decklasur - überzieht er seine Prosa und schafft so ein eigenständiges kleines Kunstwerk, das Melancholie, zuweilen gar Hoffnungslosigkeit, aber gleichzeitig auch Lebensfreude ausdrückt, manchmal wie ein Traum erscheint. Wortgewandt, manchmal spöttisch und selbstironisch, weiß Ali sein Publikum grandios zu umgarnen. Ein wunderbar besinnliches, kleines, feines Meisterwerk.«
    Heike Geilen, sandammeer.at

    »Raifs und Marias Begegnungen bestehen aus Annäherung, Entfremdung, sich wieder zueinander vortasten, Vertrauen suchen. Sabahattin Ali hat eine traurig-zärtliche deutsch-türkische Liebesgeschichte geschrieben.«
    Edith Lohner, Buchzeichen

    »Ein Klassiker der türkischen Literatur.«
    Wolfgang Bortlik, Club-Ticket

    »Der Autor Sabahattin Ali hat eine faszinierende Ode an das Berlin der Weimarer Republik geschrieben.«
    FAZ Hochschulanzeiger

    »Ali beschreibt eindringlich die Geschichte einer ersten, großen Liebe, die im rauschenden Lebensgefühl im Berlin der 1920er Jahre kulturelle Grenzen und gesellschaftliche Konventionen zu überwinden versucht. Ein noch in der Übersetzung ins Deutsche sprachgewaltiger Roman.«
    Monika Roth, bn.bibliotheksnachrichten

    »Ein bewegender Liebesroman in wunderschöner Sprache, einfühlsam, nachdenklich machend. Sehr zu empfehlen.«
    Tina Schröder, Buchprofile

    »Es gibt unzählige Bücher über die Liebe, in all ihren Formen. Aber kaum eines hat mir so eindrücklich gezeigt, wie sehr die Liebe einen Menschen verändern und tragen kann. Die Madonna im Pelzmantel ist eine ergreifende Liebesgeschichte, die an Aktualität nichts verloren hat und das Lebensgefühl junger Menschen auf der Suche nach sich selbst aufgreift.«
    Karin Bilsing, Vaihinger Buchladen

    »Sprachmächtig, gefühlvoll, aber nie sentimental, so handhabt Ali seine Geschichte und verleiht ihr eine krimiähnliche Spannung.«
    Gerold Zenoni, Salve

    »Dieses Buch besitzt Magie. Selten wurde in einem modernen Roman schöner und eindringlicher u?ber die vergebliche Liebe geschrieben als in Sabahattin Alis 1943 in der Tu?rkei veröffentlichten Roman.«
    Volker Kaminski, Qantara.de