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  • Jettatura

Théophile Gautier
Jettatura

  • Novelle
    Aus dem Französischen übersetzt
    sowie mit Anmerkungen und einem
    Nachwort versehen von Holger Fock
    Originaltitel: Jettatura
    224 Seiten. Duo-Leinen

    € [D] 18.00 / € [A] 18.50 / SFr. 21.50 (UVP)

    ISBN 9783908777212

    Als eBook erhältlich!
    ISBN eBook 9783908778417
    € 11.99

    Rezensionen zum Buch bei
    lovelybooks.de


  • »Stellen Sie sich Medusa vor, die im falben Widerschein des Bronzeschilds ihr grauenhaftes, verzauberndes Haupt sieht.«


  • Inhalt
    Inhalt

    Paul d’Aspremont folgt seiner schönen Verlobten Alicia Ward nach Neapel, wohin sie ihrer angeschlagenen Gesundheit wegen gereist ist. Er freut sich auf das Wiedersehen, doch das geflügelte Wort »Vedi Napoli e poi mori« – »Neapel sehen und sterben« wird für ihn zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Die abergläubischen Neapolitaner sagen dem jungen Franzosen den bösen Blick nach. Muß er sich von seiner Liebe lossagen, um Alicia zu schützen?

    In dieser phantastischen Novelle ergründet Théophile Gautier unsere innersten Ängste und erzählt, wie selbst im Zeitalter der Vernunft Leidenschaft über Logik zu siegen vermag.


    »Schon manch ein Besucher Neapels, der sich über die Jettatura lustig machte, hat sich vorsichtshalber mit Hörnern gewappnet… Ist der Verstand auch noch so aufgeklärt, irgendwo findet sich immer ein dunkler Winkel, in dem die grauenhaften Schimären der Leichtgläubigkeit kauern und die Fledermäuse des Aberglaubens sich festklammern. Schon das Alltagsleben steckt so voller unlösbarer Probleme, daß das Unmögliche wahrscheinlich wird. Man kann alles glauben oder leugnen: Je nach Blickwinkel ist der Traum ebenso wirklich wie die Wirklichkeit.«

  • Biogramm
    Théophile Gautier

    geboren 30. August 1811 in Tarbes (Département Hautes-Pyrénées), wuchs in Paris auf. Ende der 1820er Jahre trat er dem Cénacle genannten Kreis um Victor Hugo bei. Unter dessen Einfluß wandte sich Gautier der Schriftstellerei zu, arbeitete ab 1836 als Korrespondent für die Presse und verfaßte Artikel zu Gesellschaftsthemen und Kultur, Kunstkritiken und Reiseberichte. Er ist der Wegbereiter einer zweckfreien, nur ästhetischen Maßstäben verpflichteten Kunstauffassung, L'art pour l'art. Théophile Gautier starb am 23. Oktober 1872 in Neuilly-sur-Seine bei Paris. Zuletzt erschien seine Novelle Jettatura in deutscher Übersetzung.

    Holger Fock

    geboren 1958 in Ludwigsburg, hat Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie studiert, übersetzt seit 1983 französische Literatur, u.a. Gegenwartsautoren wie Andreï Makine, Cécile Wajsbrot (beide zusammen mit Sabine Müller), Pierre Michon und Antoine Volodine. Er lebt bei Heidelberg. Zuletzt erschien in seiner Übersetzung Théophile Gautiers Novelle Jettatura.

  • Pressestimmen
    Pressestimmen zu »Jettatura«

    »Es gibt Sätze, die man immer wieder lesen möchte, weil sie jubeln und taumeln und keine Scheu haben vor dem hohen Ton, der sich dennoch vom Pathos fernhält. Das ist keine nüchterne, gefühlsflache Prosa, sondern hier schreibt einer gebildet, elegant, opulent. Das ist eine aufregende Lektüre und ein ästhetischer Genuss.«
    Gabriele von Arnim, NDR

    Aufklärung versus Mythos
    Novelle von Théophile Gautier ist immer noch aktuell

    »Jettatura, der Titel dieser 150 Jahre alten ›phantastischen‹ Novelle, ist italienisch und bedeutet soviel wie der böse Blick. Der Held der Novelle von Théophile Gautier ist der französische Adlige Paul d’Aspremont, durch dessen Blicke Menschen zu Tode kommen. Die Kernfrage, die Gautier hier stellt, heißt: Welche Macht hat die Aufklärung und welche Macht hat der Mythos?«
    Peter Urban-Halle, Deutschlandfunk

    »Das Auge spielt in vielfacher Hinsicht die Hauptrolle in diesem erzählerischen Bijou aus dem 19. Jahrhundert, welches zu lesen sich schon deshalb lohnt, um wieder einmal zu erfahren, wie gekonnt, elegant, virtuos und genussvoll die Inszenierung einer Geschichte betrieben werden kann.«
    Barbara Villiger Heilig, Neue Zürcher Zeitung

    »Überzeugend ist auch diese Geschichte, überzeugend wie eigentlich alle Werke Gautiers durch den überlegen gestalterischen Atem seines Fabulierens. Gautier beherrschte die hohe Schule der Erzählkunst und schuf mit Jettatura auch eine formal vollendete Novelle.«
    Werner Fletcher, Sandammeer

    »Gautier war ein Meister der sprachlichen Haute Couture; kein Wunder, dass ihn Flaubert ebenso bewunderte wie Baudelaire.«
    Alain Claude Sulzer, Basler Zeitung

    »Und so feiert Gautiers flirrendes kleines Kunstwerk, das jetzt in gediegener neuer Übersetzung bei Dörlemann erschienen ist, das große Fest der autonomen Augen. Kein anderes Sinnesorgan kommt hier so zu seinem Recht wie sie, als Medium zur Wahrnehmung der Welt wie auch zu deren radikaler Veränderung.«  
    Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung